BI: Controlling mit Palo und SAP BW bei der Süddeutschen

23. April 2010 um 9:28 am | Veröffentlicht in BI, Data Warehouse, Excel, Open Source, Palo, SAP BW | 2 Kommentare

„Am Ende wurde der Leidensdruck zu groß!“

Mit diesen Worten beginnt der Artikel in der CFOworld über die Einführung von Palo beim Süddeutschen Verlag. Aber nicht der MOLAP-Server Palo ist der Grund für diese Aussage. Vielmehr stand man vor großen Akzeptanzproblemen bei den Controllern mit der Einführung des SAP BW.
Warum und wie mit Palo Abhilfe geschaffen wurde, lesen Sie im weiteren …

Der Süddeutsche Verlag hatte lange Jahre MIS Alea im Einsatz: eine multidimensionale Datenbank, die Palo „recht“ ähnlich ist. Mit dieser Lösung konnten die Controller Ihre Daten direkt in Excel bearbeiten. Der Prozess der Datenintegration von den operativen SAP Quellsystemen in diese Analyseumgebung war allerdings sehr aufwendig. Daher entschied sich die Leitung des Konzerncontrolling eine bestehende SAP BW Installation zu erweitern. Macht ja auf den ersten Blick auch Sinn: Die Schnittstellen zu den SAP Controllingmodulen werden mitgeliefert und die SAP BEx Suite als Reporting-Frontend ist ebenfalls in Excel integriert.

Die Controller zeigten sich am Ende des Projekts jedoch wenig begeistert von der SAP BW-Umsetzung:

  • Die Verzahnung der SAP BEx Analyzer mit Excel ist nicht so eng wie man es aus MIS ALEA-Zeiten kannte,
  • Das Design der Abfragen auf das SAP BW gestaltete sich sehr komplex. „Jeder Controller hätte ein Query-Designer sein müssen“, so der Leiter Konzern-Controlling,
  • Die Antwortzeiten der Abfragen auf das SAP BW waren sehr lang. Die Empfehlung der SAP den Business Warehouse Accelerator (BWA) zur Performanceerhöhung einzusetzen, wären mit Lizenzkosten in Höhe einer sechsstelligen Summe einhergegangen. Inakzeptabel! Der BWA ist übrigens auch Bestandteil des SAP BO Explorers, dem „zukunftsweisenden“ Frontend der SAP.
  • Auch der Wunsch nach Berichten und Dashboards im web hätte erheblichen Mehraufwand nach sich gezogen.

Kurz: Der Wunsch nach einer schnellen und flexiblen Reportingumgebung in Excel und im web wurde durch das SAP BW nicht erfüllt! Gut zu lesen, dass nicht nur ich diese Erfahrungen in meinen SAP BW-Projekten gemacht habe.

Und hier kommt Palo ins Spiel: trotz einiger Vorbehalte gegen Open Source – Was nichts kostet, ist auch nix! – entschied sich der Süddeutsche Verlag Palo auf SAP BW aufzusetzen.

Die Vorteile liegen auch auf der Hand:

  • Die Controller können Excel wieder so nutzen, wie sie es mit MIS Alea gewohnt waren: Palo ist auf Zellebene mit Excel integriert,
  • Palo Web bietet die Möglichkeit Daten des Palo-Servers im web zu präsentieren. Die Frage ob Excel oder web-Berichte stellt sich nicht mehr – beides ist auf einer identischen Datenbasis ohne großen Aufwand möglich,
  • Plandaten können direkt über Excel oder Palo Web erfasst werden. Damit entfällt der aufwendige Konsolidierungsprozess dutzender Planungstabellen: die Planzahlen werden direkt in die Palo-Datenbank „getippt“!
  • Das Beste zum Schluss: Die Palo Suite beinhaltet auch einen sog. ETL-Server. ETL steht für Extrahieren, Transformieren & Laden. Diese Komponente lädt die SAP Quelldaten ohne manuelle Eingriffe nachts aus dem SAP BW in den Palo-Server. Während der ETL-Server selbst unter einer Open Source Lizenz steht, ist die Schnittstelle zum SAP BW allerdings kostenpflichtig.
    Ich habe mich intensiv mit dieser Schnittstelle beschäftigt und bin schwer angetan über die einfache Nutzbarkeit!

Als Schaubild müsste das Zusammenspiel zwischen SAP BW und Palo wie folgt abgebildet werden können – ein Bild sagt eben doch mehr als tausend Worte:

Abbildung 1: Palo auf Basis einer SAP BW-Architektur

Es scheint, als wären die Controller mit diesem Best-of-Breed Ansatz aus Open Source und SAP BW gut gefahren. Dank einer mutigen Entscheidung Open Source in das Unternehmen zu bringen. Die Lizenzkosten für den Business Warehouse Accelerator (BWA) spart der Süddeutsche Verlag auf jeden Fall, ist Palo doch ebenfalls ein MOLAP-Server, der erheblich schnellere Antwortzeiten gewährleistet als ein relationales Data Warehouse. Vielleicht sollten mehr Unternehmen Palo als MOLAP-Alternative zum SAP Business Warehouse Accelerator in Erwägung ziehen … das Excel- und web-Frontend gibt’s gratis dazu!

Die beschriebene Lösung ist aber auch ein schöner Beweis für meine These, dass nur einfache BI-Lösungen erfolgreiche Lösungen sein können.

take care, Lars

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  1. […] ähnlich wie Palo, das (lizenz-)kostenfrei auf das SAP BW aufgesetzt werden kann, wie es der Süddeutsche Verlag macht. Der Hinweis, dass SAP den BOx “als kombinierte Hard- und Softwarelösung […]

  2. […] Einen weiteren Anwendungsbericht wie Palo sogar mit einem SAP BW zusammenarbeitet finden Sie hier. […]


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